'Kapitän Kang' ist die Geschichte über die Wunden eines Mannes, der durch einen unerwarteten Unfall ein traumhaftes Leben führt, und eines anderen Mannes, der dadurch seinen Traum verloren hat. Kang Sang-guk ist ein Fischer kurz vor seinem sechzigsten Geburtstag. Er lebt mit zwei alten Seeleuten auf einem kleinen Fischerboot und geht Fischen. Er fährt Tag und Nacht aufs Meer, trotzt Wind und rauer See, als ob nur das Gewicht des Fangs auf dem Boot seine Existenz beweisen würde. Für Jong-jae, der mit dreißig Jahren bei seinen Eltern lebt, ist das Bild seines Vaters ebenso erdrückend wie die Realität, in einer handtellergroßen Stadt gefangen zu sein und sich nicht bewegen zu können, nachdem er einen einst strahlenderen Traum verloren hat. In den Augen von Kapitän Kang ist sein Sohn, der ziellos herumlungert, ohne Traum oder Ziel, bemitleidenswert, doch er leidet heimlich unter der Schuld, dass der Unfall vor 15 Jahren die Zukunft seines Sohnes behindert hat. Die zärtliche Zuneigung dieser beiden Männer zueinander wird vom Gewicht der Verantwortung und Schuld erdrückt, unfähig, sich auszudrücken, und verläuft in angespannten parallelen Linien. Als der Winter naht und es schwierig wird, Seeleute zu finden, bleibt Jong-jae nichts anderes übrig, als auf das Boot seines Vaters zu steigen, und sie befinden sich nun in der Situation, auf dem offenen Meer nur aufeinander angewiesen zu sein.