In Zentralvietnam leben Menschen mit der Erinnerung an ein Massaker aus dem Jahr 1968. Jedes Jahr im zweiten Mondmonat wird in den Dörfern Räucherstäbchen angezündet. An dem Tag, an dem die Dorfbewohner kollektiv massakriert wurden, feiern die Überlebenden bis heute ein „Gedenken an die koreanische Armee (Taehan)“. In den 1960er Jahren nahm Korea als Verbündeter der USA am Vietnamkrieg teil und massakrierte unzählige Zivilisten. Korea erinnert sich jedoch nur daran, dass es durch diesen Krieg eine enorme wirtschaftliche Entwicklung erzielen konnte. Die Erinnerungen der Überlebenden sind nicht zu einem öffentlichen Gedächtnis geworden und schweben im Leeren. Die Erinnerung an den Krieg wird zu einem Krieg der Erinnerungen.