Der Kernpunkt der Einführung staatlicher Lehrbücher war die Annahme, dass „verzerrte Geschichtslehrbücher die Kinder pro-nordkoreanisch machen, daher muss ihnen eine richtige Geschichtsauffassung vermittelt werden“. Nicht nur Erwachsene lehnten dies ab. Selbst Schüler im Klassenzimmer reichten eine Petition bei den Vereinten Nationen ein, um die staatliche Kontrolle zu verhindern, und stürmten auf die Straße. Daraufhin traf Regisseur Baek Seung-woo Historiker wie Han Hong-gu, Park Han-yong und Kim Min-cheol, um die beispiellose Situation der „staatlichen Kontrolle von Geschichtslehrbüchern“ zu hinterfragen. Die Historiker betonen einstimmig, dass die staatliche Lehrbuchkrise ein „Geschichtskrieg“ der konservativen Kräfte ist, die versuchen, zahlreiche historische Ereignisse – von pro-japanischen Handlungen, dem Eulmi-Zwischenfall, dem 4.3-Aufstand, der Zwangsprostitution für die japanische Armee bis hin zum Sewol-Fährunglück – in ihren eigenen Rahmen zu pressen... Was genau geschieht im Südkorea des 21. Jahrhunderts?