Yun-ju, die als Madame in einem Unterhaltungslokal gelebt hat, beschließt, ihre Arbeit aufzugeben und ein anderes Leben zu führen. Lee Won-youngs „Elemente der Verzweiflung“ besteht aus mehreren Episoden, in denen Yun-ju, die in ihrer engen Wohnung in tiefer Isolation gefangen ist, nach draußen geht und verschiedene Menschen trifft und mit ihnen spricht. Die Art und Weise, wie der Film die Zeit der sich verändernden Lebens einfängt, stützt sich, ähnlich wie beim Vorgängerwerk des Regisseurs mit einem ähnlichen Titel „Elemente der Hoffnung“, nicht auf eine konventionelle Erzählstruktur, sondern auf eine Szenenkomposition, die den Körper der Figur fragmentarisch beobachtet und neu anordnet. Die Kamera filmt Yun-jus Gesicht und Körperteile und reproduziert die Realität nicht einfach, sondern konzentriert sich auf die Körperformen, die in Querschnitten der Realität festgehalten werden. Yun-jus Reise, gefüllt mit abweichenden Blicken, weggestoßenen Händen, unscharfen und ständig wackelnden Szenen, endet jedoch nicht nur in Verzweiflung. Durch die Verbindung mit unerwarteten Fremden kehrt Yun-jus Körper nicht als zerbrochener, fragmentierter Körper zurück, sondern als Ort des Subjekts, das sie selbst empfindet. Es ist ein Film, der einen neuen Ort der Möglichkeiten vorschlägt, der am Ende der Verzweiflung erreicht wird.