„Gauche“ ist ein experimenteller Film, der gemeinsam von Kwon Gu-yun (Videotheorie) und Ha Jeong-hyun (bildende Kunst) inszeniert wurde. Es ist eine Arbeit, die Seoul mit der Methodik von Deleuze dramatisiert und sich auf die Linke der Sowjetunion und die Linke der 68er-Revolution bezieht. Wir durchstreiften einzeln und gemeinsam die Straßen von Seoul und filmten die raumzeitlichen Anordnungen, die die Menschen umgeben, anstatt die Menschen selbst, und ließen ein Ereignis entstehen, das auf ihrer Neuordnung zum Linken wird. Zur theoretischen Ausarbeitung der „Ko-Kreation“ bezogen wir uns nicht nur auf Deleuze und Guattari, sondern auch auf die Methodik von Eisenstein und Joyce (die sowjetische Linke) und der Dziga-Vertov-Gruppe (die Linke der 68er-Revolution) und wandelten sie um. Gleichzeitig erfassten wir zunächst unzählige Orte in Seoul spontan und teilten sie auf einem Laufwerk, damit das Ergebnis keine abstrakte Schreibtischtheorie, sondern eine praktische Produktion wird, die die tief in der alltäglichen Realität verwurzelte Verdinglichung und Fetischisierung offenbart. Anschließend legten wir die Drehorte anhand der gesammelten Objektfragmente fest und schrieben das Drehbuch.